Die Liebfrauenkirche

Die Liebfrauenkirche in Brügge

Die Liebfrauenkirche, niederländisch „Onze Lieve Vrouwekerk“, ist sowohl architektonisch interessant als auch bekannt für die Ausstellung beeindruckender Kunstschätze. Rein äußerlich fällt zunächst der 122 Meter hohe und aus Backsteinen erbaute Kirchturm ins Auge. Im 14. Jahrhundert demonstrierte mit diesem Bau die ortsansässige Bauhandwerkerschaft ihren Anspruch auf weltweite Anerkennung. Bis heute ist der Turm der zweithöchste Kirchturm Belgiens. Die interessante Mischung aus Romanik und Gotik, mit dem die Liebfrauenkirche Besucher fasziniert, ist dem Umstand geschuldet, dass sie erst rund 200 Jahre nach ihrem Baubeginn vollendet wurde.

Weltberühmte Kunst in der Liebfrauenkirche

Die Liebfrauenkirche ist ein freundlicher Ort, in dem Sie auch auf der Suche nach Einkehr herzlich willkommen sind. Darüber hinaus sind zahlreiche Kunstschätze von Weltrang in den Kirchenräumen täglich zu bewundern. Schon die Ausstattung der Kirche mit wertvollen Skulpturen und Gemälden lässt die Herzen von Kunstliebhabern höher schlagen. Kunstvoll verzierte Grabplatten und Grabmale von Adeligen wie Maria von Burgund und Karl dem Kühnen, die seit dem 13. Jahrhundert in der Liebfrauenkirche ihre letzten Ruhestätten fanden, erzählen anschaulich von den Bräuchen und Glaubensvorstellungen vergangener Jahrhunderte. Kulturinteressierte können anhand der unterschiedlichen Gestaltung der verzierten Grabsteine anschaulich nachvollziehen, wie sich im Laufe der Jahrhunderte Beerdigungsrituale verändert haben.

In der Ausstellung von Kunstschätzen ist unter anderem eines der wenigen Werke von Michelangelo, die Italien verlassen haben, zugänglich: Die Marmorstatue „Madonna mit Kind“ zählt zu den berühmtesten Werken des italienischen Meisters. Sie wurde in der Blütezeit der Handelsstadt Brügge im frühen 16. Jahrhundert von wohlhabenden Händlern aus Siena nach Flandern gebracht.

Touristische Hinweise zum Besuch der Liebfrauenkirche

Wenn Sie sich Brügge nähern, werden Sie schon aus einiger Entfernung den Backsteinturm der Liebfrauenkirche als wichtigen Teil des Stadtpanoramas wahrnehmen. Zusammen mit dem Belfried und dem Kirchturm der Sankt Salvator-Kathedrale dominiert der Turm die Stadtansicht.

Aktuell (Mai 2012) wird die Kirche renoviert, der Besuch ist weiterhin möglich.

Beachten Sie bei Ihrer Planung, dass die Liebfrauenkirche mittags zwischen 12 und 14 Uhr nicht geöffnet ist. Außerdem bleibt sie im Winter mittwochnachmittags verschlossen und natürlich ist sie während der Gottesdienste nicht zugänglich.

Als moderne Einrichtung unterhält die Liebfrauenkirche online ein Gästebuch [www.onthaalkerk-brugge.be], in dem Sie nach Ihrem Besuch eine Widmung hinterlassen können.

Zusammenfassung

Die gotische „Onze-Lieve-Vrouwekerk“ entstand ab dem frühen 13. Jahrhundert und ist eines der frühesten Backsteinbauwerke in Flandern. Das dreischiffige Langhaus wurde von 1210 bis 1230 erbaut, die Treppentürme an der Westfassade um 1280 vollendet. Bis 1335 wurden das Querhaus, der Chor und der Turm errichtet. Seit 1474 verfügt die Anlage über fünf Schiffe. Viel bewundert und fotografiert wird vor allem die von Michelangelo 1503 geschaffene Brügger Madonna, darüber befinden sich auch die Sarkophage von Karl dem Kühnen, seiner Tochter Maria von Burgund und der Gemahlin von Maximilian I. in der Kirche. Die Orgel stammt von 1721/1722, in das historische Gehäuse wurde 1954 ein neues Orgelwerk aus vorhandenem Pfeifenmaterial eingebaut.

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